Escrito por Tendenzias

Dienstwagen und Umwelt

Die erste Landesregierung in Deutschland unter einem grünen Ministerpräsidenten, die kürzlich in Baden-Württemberg ihre Arbeit aufgenommen hat, sieht sich im Hinblick auf die Dienstwagen der Mitglieder der Landesregierung einem delikaten Spagat ausgesetzt.

Einerseits ist Baden-Württemberg DAS Autoland schlechthin in Deutschland, mit weltbekannten Herstellern der Luxusklasse wie Daimler und Porsche, die im Ländle ihren Hauptsitz und große Teile ihrer Fertigung angesiedelt haben. Auch die Ursprünge des Automobils, zurückverfolgt bis zu Carl Benz und Gottlieb Daimler, führen nach Baden-Württemberg, so dass man ohne Übertreibung von einer einzigartigen Geschichte sprechen kann, was die Entwicklung und den Bau von Autos betrifft.

Dies ist allerdings selbstverständlich nicht nur historisch und nur der Tradition wegen von Bedeutung, denn die Automobilindustrie ist gerade heute, dank der boomenden Nachfrage nach deutschen Autos weltweit, ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor im Land. Neben den bereits erwähnten Herstellern haben auch zahlreiche Zulieferfirmen ihren Sitz und ihre Produktion in Baden-Württemberg, und darunter befinden sich neben weltbekannten Marken wie beispielsweise Bosch auch zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen. Insgesamt hängt daher eine hohe Zahl an Arbeitsplätzen unmittelbar oder indirekt am Auto, und dies ist eine Tatsache, die keine Landesregierung ignorieren kann, unabhängig von deren ideologischer Ausrichtung.

Andererseits sind die Grünen dem Ziel verschrieben, den Umweltschutz voranzutreiben und Energiesparen zu propagieren. Ein Mercedes der S-Klasse für den neuen Ministerpräsidenten und seine grünen und roten Minister erscheint in diesem Zusammenhang unpassend, so dass fieberhaft nach Alternativen gesucht wird. Ein möglicher Kompromiss könnte so aussehen, dass sich die Landesregierung bemüht, insgesamt ihren CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren, indem im Fuhrpark beispielsweise auch Elektrofahrzeuge eingesetzt werden. Die Fahrzeuge der Staatsspitze müssten dann eventuell nicht ganz so strenge vorgaben einhalten und könnten bewährt bodenständig-luxuriös gewählt werden. Von einem solchen Kompromiss würde aus heutiger Sicht vor allem Daimler profitieren, da Daimler bereits quer durch seine Modelle Elektroautos im Programm hat. Heimatverbundenheit und Umweltschutz könnten so zueinander finden.

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